Urlaubsziel Curaçao: warum sich ein Besuch lohnt
Als ich das erste Mal „Curaçao“ hörte, dachte ich ehrlich gesagt an zwei Dinge: erstens den blauen Likör, den man in billigen Cocktails auf Partys findet, und zweitens daran, dass man irgendwo in der Karibik eine winzige Insel ins Meer gekippt hat, die jetzt von Touristen bevölkert wird. Also Erwartungen: eher mäßig. Realität: Ich lag schon am ersten Tag mit einem Cocktail (natürlich mit Curaçao Blue, kitschig wie in einem Werbeprospekt) in der Hand an einem Strand, der so perfekt aussah, dass er fast unecht wirkte. Weißer Sand, Wasser so klar, dass selbst meine Sonnenbrille überfordert war, und Fische, die aussahen, als hätten sie direkt aus einem Aquarium-Reklameposter rübergemacht.
Und das Beste: Auf Curaçao läuft alles irgendwie entspannter. Die Insel gehört zwar zu den Niederlanden, hat aber ihren eigenen Rhythmus. Man merkt schnell: Hier ticken die Uhren langsamer, und niemand nimmt sich allzu ernst.
Die Hauptstadt: Willemstad, Lego fürs echte Leben
Willemstad ist so etwas wie die Visitenkarte der Insel. Wenn man ankommt, sieht man diese kunterbunten Häuser am Hafen, die aussehen, als hätte jemand eine Packung Legosteine genommen und beschlossen: „Ach, heute machen wir Pastell.“ Pink, gelb, türkis, alles dabei. Und dann die Queen-Emma-Brücke, eine schwimmende Brücke, die einfach mal zur Seite schwenkt, wenn ein Schiff durch will. Ich schwöre, das Ding wirkt eher wie ein Freizeitpark-Gimmick als ernsthafte Infrastruktur, aber es funktioniert.
Die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe, und ich gebe zu: Ich habe mich selten so gern durch schmale Gassen treiben lassen. Kleine Cafés, Bars, wo man stundenlang Rum probieren kann, und Street Art, die der Insel nochmal diesen „ach, wir sind ein bisschen verrückt, aber liebenswert“-Charme verpasst.
Strände: zu viele, um sie alle zu schaffen
Klar, Curaçao ist eine Karibikinsel. Also Strände ohne Ende. Aber das Verrückte: Jeder Strand hat so seinen eigenen Charakter. Da ist Jan Thiel Beach, wo gefühlt halb Holland Urlaub macht und die Beachclubs aussehen, als hätte Instagram die Regie geführt. Dann Mambo Beach, ein Mix aus Familienfreundlich und Partyzone. Und mein Favorit: Kleine Knip. Ein winziger Strand, eingerahmt von Felsen, mit Wasser, das so türkis leuchtet, dass man denkt, Photoshop sei live am Werk.
Man kann hier schnorcheln, tauchen, einfach nur faul rumliegen – und ja, ich habe mich für letzteres entschieden. Bis ich beim dritten Tag das Gefühl hatte, dass mein Körper inzwischen zu 60 Prozent aus Piña Colada besteht.
Tauchen, auch wenn man’s nicht kann
Curaçao ist ein Paradies für Taucher, und auch für Leute, die keine Ahnung haben. Ich gehöre zur zweiten Kategorie. Trotzdem habe ich mich überreden lassen, einen Schnupperkurs zu machen. Und ich sage euch: Wenn man plötzlich zwischen Korallen und bunten Fischen schwebt, fühlt sich das an wie ein Natur-Doku-Dreh, nur dass David Attenborough fehlt.
Es gibt hier Spots, wo man Schildkröten sieht, und angeblich auch Wracks, die man betauchen kann. Mein Highlight war aber, dass ich es geschafft habe, die Maske nicht ständig volllaufen zu lassen. Kleine Siege zählen auch.
Essen: Holländische Pommes, karibischer Fisch und alles dazwischen
Kulinarisch ist Curaçao ein bunter Mischmasch. Klar, der holländische Einfluss ist überall – Bitterballen und Pommes mit Mayo kriegt man an fast jeder Ecke. Aber dann gibt’s auch karibische Spezialitäten: Stoba (Eintopf), gegrillter Fisch, Kochbananen. Einmal habe ich auf dem „Plasa Bieu“ gegessen, einer Art Markthalle in Willemstad. Da sitzen Einheimische neben Touristen, und das Essen kommt dampfend aus großen Töpfen. Es sieht manchmal aus, als hätte Oma alles reingeschmissen, was sie im Kühlschrank hatte – schmeckt aber grandios.
Und ja, der blaue Likör spielt tatsächlich eine Rolle. Man kann eine Destillerie besuchen, in der das Zeug hergestellt wird. Spoiler: Es schmeckt dort genauso künstlich wie zuhause, aber hey, für den Touri-Checkpunkt reicht’s.
Klima: Sonnengarantie deluxe
Egal, wann man fährt – es ist warm. Curaçao liegt außerhalb des Hurrikan-Gürtels, was praktisch bedeutet: Man kann hier das ganze Jahr Urlaub machen, ohne Angst vor Naturkatastrophen. Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad sind Standard, und der Passatwind sorgt dafür, dass man nicht direkt wie ein Grillhähnchen verendet.
Natürlich habe ich mir trotzdem am zweiten Tag einen Sonnenbrand geholt, weil ich dachte, ich sei härter im Nehmen. Klassischer Anfängerfehler.
Kultur-Mix, der funktioniert
Das Spannende an Curaçao ist der Mix aus Kulturen. Man hört Papiamentu (die Kreolsprache), daneben Niederländisch, Spanisch, Englisch. In Willemstad kann man in einer Straße niederländischen Käse kaufen, und in der nächsten gibt’s lateinamerikanische Tanzmusik aus der Bar. Es ist ein bisschen wie Europa und Südamerika in die Karibik gestolpert – und hängen geblieben.
Die Leute sind entspannt, freundlich, und man merkt: Touristen sind willkommen, aber niemand rennt dir mit aufdringlichem „Kauf dies, buch das“-Getue hinterher.
Casinos auf Curaçao
Ein kleiner Exkurs, weil’s thematisch passt: Auf der Insel gibt es tatsächlich einige Casinos. Nicht riesige Las-Vegas-Dinger, eher kleinere Spielhallen mit karibischem Flair. Für mich war’s interessant, weil Curaçao ja auch online im Glücksspielbereich ein Begriff ist. Viele Online-Casinos laufen unter einer Curaçao-Lizenz. Wenn ihr wissen wollt, was dahinter steckt: Alles über die Curacao Casino Lizenz finden sie hier.
Ausflüge ins Hinterland
Wer denkt, Curaçao sei nur Strand, täuscht sich. Fährt man ins Inselinnere, landet man plötzlich in einer ganz anderen Welt. Kakteen, staubige Straßen, kleine Dörfer. Manchmal fühlt es sich eher wie Mexiko an. Ich war im Christoffel-Nationalpark wandern (na gut, „wandern“ war’s bei mir nicht, eher schwitzen und jammern). Aber die Aussicht vom Christoffelberg über die ganze Insel ist brutal gut.
Und wer Tiere mag: Es gibt hier Flamingos, die in knalligem Pink durchs Wasser staksen. Für Instagram der Jackpot.
Mein Fazit: Curaçao lohnt sich (trotz Klischees)
Ich hatte Curaçao ehrlich gesagt unterschätzt. Klar, Karibik klingt immer traumhaft, aber die Insel hat eben ihren eigenen Charme. Sie ist nicht so überlaufen wie andere Ziele, die Mischung aus Kulturen macht Spaß, das Wetter ist unschlagbar, und die Strände gehören zu den schönsten, die ich je gesehen habe.
Ob man nur eine Woche Strandurlaub will, auf Tauchabenteuer geht, oder sich einfach durch Willemstad treiben lässt – irgendwie findet jeder hier sein Ding.
Und am Ende erwischt man sich doch dabei, dass man im Duty Free am Flughafen eine Flasche Blue Curaçao kauft. Nicht, weil das Zeug so gut wäre – sondern weil man sich das Karibikgefühl irgendwie in die heimische Küche retten will.