UWG: Darf sich Schulenburg überhaupt noch entwickeln?
Die Diskussion über Windkraft wird häufig auf Klimaschutz, Stromerzeugung oder mögliche Einnahmen reduziert. Doch eine wichtige Frage wird bislang kaum gestellt: Welche Auswirkungen haben die heutigen Entscheidungen auf die langfristige Entwicklung unserer Ortsteile?
Gerade Schulenburg ist von dieser Frage besonders betroffen. Bereits heute prägen zahlreiche Windkraftanlagen das Umfeld unseres Dorfes. Gleichzeitig sollen bestehende Anlagen im Rahmen des
Repowerings durch deutlich höhere und leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden. Hinzu kommen weitere Planungen im Umfeld Schulenburgs. Natürlich müssen gesetzliche Mindestabstände eingehalten werden. Doch reicht das allein aus? Aus Sicht der UWG greift diese Betrachtung zu kurz.
Denn Schulenburg kann sich aufgrund seiner Lage langfristig vor allem in westlicher Richtung
weiterentwickeln. Genau dort befinden sich jedoch bereits heute Windkraftanlagen beziehungsweise
Flächen für weitere Anlagen. Deshalb stellt sich eine berechtigte Frage: Werden durch heutige Entscheidungen die Entwicklungsmöglichkeiten unseres Dorfes für kommende Generationen dauerhaft eingeschränkt?
Niemand weiß heute, wie sich Schulenburg in 20, 30 oder 50 Jahren entwickeln wird.
Vielleicht werden zusätzliche Wohnbauflächen benötigt. Vielleicht entstehen neue Anforderungen an
Infrastruktur, Wohnen oder Gewerbe. Vielleicht möchten kommende Generationen andere Entwicklungsmöglichkeiten nutzen. Umso wichtiger ist es, solche Fragen bereits heute offen anzusprechen.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der viele Bürger beschäftigt.
Während bei denkmalgeschützten Gebäuden häufig sehr strenge Vorgaben gelten und selbst Photovoltaikanlagen nicht ohne Weiteres möglich sind, sollen gleichzeitig immer höhere Windkraftanlagen in Sichtweite bedeutender Kulturdenkmäler entstehen. Auch rund um die Marienburg stellen sich deshalb Fragen nach Landschaftsbild, Kulturerbe und langfristiger Ortsentwicklung.
Ebenso erwarten viele Bürger nachvollziehbare Antworten zum Natur- und Artenschutz. Hier braucht es mehr Transparenz. Die UWG lehnt Windkraft nicht grundsätzlich ab. Aber wir erwarten, dass Chancen, Belastungen und langfristige Folgen ehrlich und vollständig diskutiert werden. Die Sorgen der Bürger müssen ernst genommen werden. Denn wer heute über Windkraft entscheidet, entscheidet nicht nur über Stromerzeugung.
Er entscheidet auch darüber, wie unsere Ortsteile morgen aussehen werden.
