Stadt rüstet die Feuerwehr Gleidingen/Rethen mit der bislang leistungsstärksten städtischen PV-Anlage aus
Die Stadt Laatzen kommt ihren Klimaschutzzielen ein weiteres Stück näher und forciert den Ausbau erneuerbarer Energien auf den Dächern ihrer Gebäude. Ein weiterer sichtbarer Baustein: Auf dem Dach des Feuerwehrhauses Rethen/Gleidingen produziert künftig die mit Abstand größte städtische Photovoltaikanlage sauberen Strom.
„Mit dieser Anlage gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität. Besonders freut mich, dass wir hier nicht nur den Eigenbedarf deutlich übertreffen können, sondern zugleich unsere kritische Infrastruktur wie die Feuerwehr zukunftsfest und unabhängiger von Energiepreisschwankungen aufstellen“, so Laatzens Bürgermeister Kai Eggert.
Auf den etwa 1400 Quadratmeter großen Pultdachflächen hat die Stadt Laatzen 337 Solarmodule installieren lassen. Damit wird etwa die Hälfte der Dachfläche aktiv für die Energiegewinnung genutzt. Unter optimalen Bedingungen erreicht die Anlage eine Leistung von 153 Kilowatt-Peak (kWp) und ist damit die bislang größte städtische Photovoltaik-Anlage. Der Autarkiegrad der Anlage beträgt rund 72 Prozent. Rein rechnerisch kann sie damit etwa den Jahresstrombedarf des Feuerwehrhauses, der zuletzt etwa rund 61.000 kWh betrug, zu mehr als 200 Prozent decken. Ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 33,2 kWp ergänzt das System.
Laatzens Stadtrat Hauke Schröder betont: „Bei unserer Solar-Offensive setzen wir nicht auf pauschale Lösungen, sondern prüfen jede Dachfläche sorgfältig und auf der Grundlage des Solarkatasters der Region Hannover. Entscheidend sind neben der Ausrichtung und Neigung auch die statischen Voraussetzungen, mögliche anstehende Dachsanierungen sowie die konkrete Nutzung der Gebäude. Damit stellen wir sicher, dass wir das jeweils bestmögliche Potenzial für die Solarstromerzeugung ausschöpfen und unsere Investitionen wirtschaftlich einsetzen.“
Die Inbetriebnahme der Anlage am Standort Gleidingen/Rethen ist für Ende des zweiten Quartals 2026 vorgesehen. Bis dahin erfolgt noch die Verlegung von Leitungen von den Modulen zum Wechselrichter.
Stadtbrandmeister Sven Wenger erklärt: „Ich freue mich, dass wir die großen Dachflächen der Feuerwehr sinnvoll nutzen können. Der Grundbedarf der Feuerwehr kann nicht weiter runtergefahren werden, um Energie einzusparen. Wichtige Systeme und Ladestrukturen müssen 24/7 laufen. Um dies sinnvoll zu kompensieren, ist die Nutzung eines Stromspeichers, der tagsüber mit Sonnenenergie geladen wird, ein wichtiger Beitrag der Feuerwehr zur Klimaneutralität.“
Insgesamt investierte die Stadt rund 134.000 Euro in Machbarkeitsprüfung und Installation. Die Region Hannover hat das PV-Projekt über das sogenannte „Unterstützungsmodell PV“ mit 26.150 Euro gefördert. Im Rahmen dieses Förderprogramms beauftragt die Region einen externen Dienstleister damit, den Städten und Gemeinden bei der Planung von kommunalen PV-Anlagen von der Machbarkeitsprüfung bis zur Vorbereitung der Vergabe unter die Arme zu greifen.
Margarete Albes, Leiterin des Fachbereichs Energie und Klima der Region, erläutert den Hintergrund: „Unsere Kommunen verfügen mit Schulen, Feuerwehr- oder Verwaltungsgebäuden über zahlreiche große Dachflächen. Diese Flächen spielen eine zentrale Rolle beim Zubau von Photovoltaik und damit beim Gelingen der Energiewende. Gleichzeitig sind personellen Kapazitäten vor Ort oft knapp. Mit dem Unterstützungsmodell entlasten wir die Kommunen bei der Planung und beschleunigen die Umsetzung.“
Die PV-Anlage auf der Feuerwache ist das bisher größte im Rahmen des Modells umgesetzte Projekt. Insgesamt wurden in den letzten zwei Jahren sechs PV-Anlagen in sechs Kommunen mit rund 100.000 Euro unterstützt und damit eine Leistung von rund 420 kWp auf die Dächer der Region gebracht. Fünf weitere Projekte sind in der Planung.
Auch den weiteren Ausbau hat die Stadt Laatzen fest im Blick: Solaranlagen sollen künftig unter anderem auf dem Feuerwehrgebäude im Sankt-Florian-Weg, dem Verwaltungsgebäude des Betriebshofes sowie dem Dienstgebäude in der Gutenbergstraße 15 entstehen.
Für Planung und Bau weiterer PV-Anlagen stellt die Stadt Laatzen im Haushalt 2025 bis 2028 insgesamt 1,25 Millionen Euro bereit.
Bereits umgesetzt wurden Photovoltaikanlagen auf mehreren städtischen Gebäuden, darunter der Anbau der Grundschule Rethen (28,8 kWp), das Henry-Korman-Haus der Albert-Einstein-Schule (9,88 kWp), das Erich-Kästner-Schulzentrum (71,25 kWp) sowie die Kindertagesstätten Würzburger Straße (11,4 kWp), Pinienweg (15,6 kWp) und St. Gertruden (22,01 kWp). Zusammen ergibt das – inklusive der neuen Anlage am Feuerwehrhaus – eine installierte Leistung von rund 312 kWp.
Weitere Projekte befinden sich bereits in der Umsetzung: Dazu zählen die Grundschule Ingeln-Oesselse, die Grundschule Im Langen Feld, das Feuerwehrhaus Ingeln-Oesselse sowie die Unterkunft für Geflüchtete in der Hildesheimer Straße 305.
