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Hemmingen
Donnerstag, 02.02.17 - 17:22 Uhr

Diskussionen um den Erhalt des Römerlagers dauern an

Bürgermeister Claus Schacht (rechts) erläutert den interessierten Bürgern den aktuellen Stand in Bezug auf das Römerlager in Wilkenburg.

Wird am Ortsrand von Wilkenburg nördlich der Dicken Riede in Zukunft Kies abgebaut und gleichzeitig das gefundene Römerlager zerstört? Heute brachten Bürgermeister Claus Schacht und Henning Haßmann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege interessierte Bürger auf den neuesten Stand.

WILKENBURG. 

Geht es nach Meinung von Schacht und Haßmann, wird es keinen Kiesabbau an dieser Stelle geben. Stattdessen soll die Überreste des römischen Marschlagers aus der Zeit um Christi Geburt erhalten werden und für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Dabei betonte Schacht, dass grundsätzlich noch keine Entscheidung pro oder contra Kiesabbau getroffen wurde. "Es wird einen Ortstermin mit allen Beteiligten geben, bei dem alle relevanten Punkte erörtert werden. Einen Termin gibt es aber aktuell noch nicht", sagte Schacht.

 

Der Bürgermeister machte aber keinen Hehl daraus, dass er die Erhaltung der Überreste des Marschlagers bevorzugt. "Kiesabbau an dieser Stelle würde eine erhebliche Belastung für die Anwohner bedeuten. Wir reden hier von 100 LKW-Fahrten täglich. Zudem muss auch der Hochwasserschutz berücksichtigt werden. Ein Damm bei einem Jahrhunderthochwasser würde genau durch den geplanten Kiesabbau verlaufen. Desweiteren muss ja auch der Grundstückseigentümer zustimmen. Die St. Vitus Kirchengemeinde hat signalisiert, das Grundstück nicht verkaufen zu wollen", sagte Schacht.

 

Henning Haßmann, Archäologe beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, betonte, dass das Römerlager entgegen der Einschätzung der Region Hannover sehr wohl eine herausragende Bedeutung habe. "Der Fund hat eine extrem große Bedeutung. Solche Funde sind sehr selten und die Erhaltung des Bodendenkmals ist aus archäologischer Sicht sehr wichtig", sagte Haßmann. Gefunden wurden bislang 55 Münzen sowie Pferdegeschirr, auch die Spitzgräben rund um das Lager sind im Boden noch erkennbar. "Ich gehe momentan davon aus, dass es nicht zu einer Auskiesung kommen wird. Stattdessen kann ich mir vorstellen, eine Aussichtsplattform zu errichten, um das Marschlager noch besser sehen zu können und ein neues Angebot der Naherholung zu schaffen", sagte Schacht.

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