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Sarstedt
Freitag, 02.06.17 - 14:34 Uhr

"Die Berufsunfähigkeitsrente reicht oft nicht aus"

Jens Kockrow und Stefan Schmager geben Antorten auf aktuelle Fragen

Jens Kockrow (links) und Stefan Schmager informieren über die Berufsunfähigkeitsrente.

Warum brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Welchen Nutzen hat diese? Wer gesundheitsbedingt nicht mehr arbeiten kann, steht schnell ohne Einkommen da. Deshalb ist die Berufsunfähigkeitsversicherung ein Muss. Doch worauf sollte man schon im Vorfeld achten und wo lauern die Fallstricke? Antworten geben Jens Kockrow und Stefan Schmager, selbstständige Versicherungsvertreter der AXA in Sarstedt.

SARSTEDT. 

Herr Kockrow, die durchschnittliche Versicherungssumme einer Berufsunfähigkeitsversicherung liegt laut der Studie der Verbraucherzentralen bei etwa 820 Euro. Reicht das für die Beschäftigten aus?

 

Jens Kockrow: Nein, in aller Regel reicht das nicht aus. In den vielen Beratungen, die wir zur Berufsunfähigkeitsversicherung durchführen, hat sich gezeigt, dass durchschnittlich mindestens 1500 Euro monatliche Rente für den Fall der Berufsunfähigkeit bedarfsgerecht sind.

 

Aber der Staat springt doch mit der Erwerbsminderungsrente ein - dann müsste es doch eigentlich ausreichen?

 

Stefan Schmager: Leider nein. Selbst wenn jemand eine Erwerbsminderungsrente bekommt, sind das oft nur wenige hundert Euro im Monat. Da braucht es dann sehr oft mehr als nur 800 Euro im Monat zusätzlich aus der BU-Versicherung. Vor allem, wenn eine ganze Familie davon leben soll. Auch gibt es die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht schon dann, wenn der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Entscheidend ist, dass man gar keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen kann - ein Arzt soll also aus dieser Sicht grundsätzlich noch an der Pforte des Krankenhauses arbeiten, falls er das gesundheitlich kann.

 

Worauf sollten Verbraucher bei Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung achten - was hat es etwa mit der abstrakten Verweisungsklausel auf sich?

 

Stefan Schmager: Durch den Wettbewerb der Versicherer untereinander wurden die Tarife in den letzten Jahren immer ausdifferenzierter und vielfach besser. So kommt in neuen Verträgen die Klausel der abstrakten Verweisung kaum noch vor - sie besagt, dass eine Rente nur bezahlt wird, wenn der Versicherte sowohl seinen Beruf als auch einen vergleichbaren Beruf, den der Versicherer nach bestimmten Kriterien ermitteln kann, nicht mehr in der Lage ist auszuüben. Wegen der Vielfalt der Bedingungen ist es wichtig, dass man genau darauf achtet, welcher Tarif besonders gut zu einem passt. Besonderes Augenmerk sollte beispielsweise darauf gelegt werden, dass die Vertragslaufzeit lange genug ist (in der Regel bis zur Regelaltersgrenze, derzeit 67 Jahre), dass neben dem Verzicht auf die abstrakte Verweisung für die Beurteilung einer Invalidität nur auf eine Prognosedauer von sechs Monate abgezielt wird und dass Nachversicherungsmöglichkeiten bestehen, falls sich die Lebenssituation ändert.

 

Mit welchen Kosten müssen Verbraucher rechnen und wovon hängen diese ab?

 

Jens Kockrow: Die Beitragshöhe ist ganz unterschiedlich und hängt insbesondere vom Beruf, dem Alter bei Vertragsabschluss, dem Gesundheitszustand und natürlich der Höhe der versicherten BU-Rente ab. Für die Absicherung einer monatlichen BU-Rente von 1500 Euro kann man mit monatlichen Beiträgen von rund 40 Euro bis über 100 Euro rechnen. Insbesondere für junge Leute und Auszubildende bieten wir auch die sogenannte Starter-BU ein - eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit vollen Leistungen zu vergünstigten Beiträgen. Im Vorfeld eines Versicherungsabschlusses steht oft die Offenlegung der Krankengeschichte und ein Gesundheitscheck an.

 

Wo lauern in dieser Hinsicht die Fallstricke?

 

Stefan Schmager: Wenn gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, wird der Versicherer möglicherweise bestimmte Risiken ausschließen, einen höheren Beitrag verlangen oder gar nicht versichern. Trotzdem sollte man auf keinen Fall bei den Antworten auf die Gesundheitsfragen im Antrag "tricksen", sondern die Fragen sehr genau und gewissenhaft beantworten. Sonst bezahlt man viele Jahre Prämie, wird dann berufsunfähig und der Versicherer muss keinen Cent Rente leisten. Viel besser: möglichst jung eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, dann ist man oft noch kerngesund.


Herr Kockrow, haben Sie noch eine Empfehlung für unsere Leserinnen und Leser?

 

Jens Kockrow: Neben der klassischen, selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung bietet die AXA auch eine Lösung über die betriebliche Altersversorgung als Direktversicherung an - die sogenannte Betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung. So lässt sich über den Arbeitgeber eine optimale Absicherung erreichen, welche zudem zahlreiche Einsparungen bei den Steuern und Sozialabgaben beinhalten. Für Arbeitgeber ist diese Lösung auch interessant - er kann bei einem Kollektivvertrag seine Mitarbeiter ohne eine Gesundheitsprüfung bis 1000 Euro monatliche Rente versichern.

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