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Laatzen
Montag, 13.01.20 - 11:35 Uhr

FORUM 2014 diskutiert über Clan- und Bandenkriminalität

Rainer Schumann (von links, 1.Vorsitzender FORUM 2014), Eckehard Haase (FORUM 2014) und Referent Sebastian Fiedler freuen sich über die gelungene Veranstaltung.

LAATZEN. 

Der Verein FORUM 2014 sorgte am vergangenen Donnerstag in der Aula der Albert-Einstein-Schule für ein besonderes Highlight in Laatzen: In Zeiten, in denen sich unsere Gesellschaft in geradezu dramatischer Dynamik auseinander entwickelt, war das Thema "Staat und Bürger im Visier von Banden-Kriminalität" von höchster Aktualität. Unterstrichen wurde dies durch den ungewöhnlich hohen Besucherandrang.

 

So erfreulich diese Tatsache war, gab es zu bedenken,dass der Anteil jugendlicher Besucher verschwindend gering war. Angesichts der Tatsache, dass Clan- und Bandenkriminalität alle Schichten der Gesellschaft betrifft, haben Jugendliche an diesem Abend interessante Hinweise für ihre Orientierung in ihrem Alltag verpasst.

 

Dem Referenten, Sebastian Fiedler, seines Zeichens Bundesvorsitzender Deutscher Kriminalbeamter, einem ausgewiesenen Experten für das Thema des Abends, gelang es von Beginn an, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Dass die Clan- und Bandenkriminalität sich in nahezu jedem Zweig des Geschäftslebens breitgemacht hat, wurde in erschreckendem Maße verdeutlicht, mit einem geschätzten Jahresumsatz in der Bundesrepublik von etwa 100 Milliarden Euro.

 

So beeindruckend diese Summe erscheint, gehen die Aktivitäten der global tätigen Verbrechensorganisationen noch weit darüber hinaus. Eine Vereinigung wie zum Beispiel die Mafia, so Fiedler, könnten sich die Gäste vergleichsweise so vorstellen, wie einen weltweit tätigen Industriekonzern. Der Schaden, der durch diese "Schattenwirtschaft" für Staat und Gesellschaft entsteht, ist dementsprechend in seiner Höhe kaum abschätzbar. Diesem Treiben steht eine fast ohnmächtigerscheinende Staatsmacht gegenüber. Polizei und Justiz sind völlig überfordert, weil beide chronisch unterbesetzt sind. Konsequenz ist, dass Verfahren zu spät beginnen und deren Dauer sich unendlich hinzieht, wodurch der Bezug zu den Taten verloren geht.

 

Unter den interessierten Besuchern waren auch Landes- und Kommunalpolitiker sowie hochrangige Vertreter von Landeskriminalamt und Polizei anwesend. Entsprechend waren die Fragestellungen aus dem Publikum im Anschluss an den Vortrag, die vom Referenten Fiedler aus seinem Erfahrungsschatz erschöpfend beantwortet wurden.Mit Fiedlers seit Jahren erhobener Forderung nach mehr Personal sieht er sich selbst als "einsamen Rufer in der Wüste"; eine andere Lösung dieses Problems ist jedoch nicht in Aussicht. Resümee: Die Politik ist gefordert, im Sinne der Wiederherstellungvon Recht und Ordnung und der Sicherheit der Bürger endlich konkret zu handeln.

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