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Pattensen
Dienstag, 28.07.20 - 11:04 Uhr

Artenvielfalt: Lokales Aktionsbündnis sammelt erneut Unterschriften

PATTENSEN. 

Der Erfolg der ersten Unterschriftenaktion Ende Juni hat die Grünen, den NABU und den BUND in Pattensen positiv überrascht. Zahlreiche Bürger haben ihre Unterschrift für das Volksbegehren gegeben, weil sie damit zumindest einen kleinen Beitrag für die Sicherung immer mehr vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen leisten wollen.

 

Deshalb macht "Lokale Aktionsbündnis Pattensen", in dem sich Bündnis90/Die Grünen, sowie die Ortsgruppen von NABU und BUND zusammengeschlossen haben, mit ganzer Kraft weiter: Am Sonnabend, 1. August, startet die nächste Unterschriftensammlung für das Volksbegehren "Artenvielfalt.jetzt!" Zwischen 8 und 14 Uhr kann jeder, der das Volksbegehren unterstützen will, seine Unterschrift beim Lidl-Markt in der Göttinger Straße und beim Rewe-Markt auf der Burg leisten.

 

Und es wird weitere Aktionen zum Sammeln von Unterschriften in den kommenden Wochen geben. Wer vorab seine Unterschrift leisten möchte, kann sich gerne bei den angegebenen lokalen Akteuren melden oder unter www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/material/ Unterschriftsbögen anfordern.

 

Das Massenaussterben von Arten auf der Erde ist beispiellos in der Geschichte der Menschheit. Nie zuvor sind innerhalb weniger Generationen so viele Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verschwunden. Ob heimische Wildpflanzen oder Hummeln, Bienen, Schmetterlinge o- der Vögel, Fledermäuse oder Biber und Feldhamster - auch in Niedersachsen ist die Hälfte der hier vorkommenden Arten stark gefährdet oder wie der Feldhamster, der gerade noch als Plage in Erinnerung ist, akut vom Aussterben bedroht. Unsere Kinder und Enkel werden sie vielleicht nur noch in digitalen Archiven, Büchern oder Naturkundemuseen zu sehen bekommen.

 

Die Vielfalt der Arten und intakte Ökosysteme aber brauchen die Menschen wie die Luft zum Atmen. Sie sind die Grundlage des Lebens. Davon profitiert auch das Klima. Es ist keineswegs so, dass die Politiker auch in Niedersachsen dies nicht verstanden hätten. Wider besseres Wissen setzen sie jedoch immer noch die Prioritäten auf Wachstum - der Preis dafür ist der fortschreitende Artenschwund mit allen Folgen für Umwelt und Klima. Um dies zu ändern, haben Bündnis90/Die Grünen, der NABU sowie der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) das Volksbegehren im Frühjahr 2019 auf den Weg gebracht. Unterstützt werden sie inzwischen von mehr als 170 Organisationen wie dem BUND, "Fridays for Future Niedersachsen" oder dem WWF.

 

Im Januar dieses Jahres versuchte die Landesregierung, das Heft des Handelns mit dem "Niedersächsischen Weg" zur Artenvielfalt selbst in die Hand zu nehmen. Ohne die Ankündigung des Volksbegehrens gäbe es also diesen "Niedersächsischen Weg" nicht, den jüngst Landesregierung, NABU und BUND sowie Landvolk und Landwirtschaftskammer gemeinsam unterzeichnet haben. Auf dem Verhandlungstisch liegt eine Rahmenvereinbarung. Die Details, die die Verschärfung mehrerer Gesetze (Naturschutz-, Wasser- und Waldgesetz) beinhalten, werden zurzeit verhandelt. Aber es gibt bislang keine Ergebnisse. Deshalb wird das Volksbegehren nicht gestoppt, wie die Landesregierung gehofft hatte. Denn es ist der wirksamste Hebel, den "Niedersächsischen Weg" zum Erfolg zu führen oder - wenn dieses Ziel nicht erreicht wird -, mithilfe der Bürger das Volksbegehren eben.

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