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Sarstedt
Sonnabend, 07.11.20 - 09:00 Uhr

Der Geschichte und der Heimatpflege eng verbunden

Das Portait am Sonnabend - heute : Werner Vahlbruch

Der gebürtige Sarstedter Werner Vahlbruch ist seit 25 Jahren ehrenamtlicher Heimatpfleger der Stadt Sarstedt.R. Kroll

Wenn es sich um Geschichte im Allgemeinen und die der Stadt Sarstedt im Besondern dreht, dann ist Werner Vahlbruch, seit 25 Jahren ehrenamtlicher Heimatpfleger der Stadt Sarstedt, so richtig mit Lust und Leidenschaft bei der Sache. Seit seinem 18. Lebensjahr beschäftigt sich der gebürtige Sarstedter mit der Geschichte seiner Stadt, in der seine Familie in der vierten Generation zu Hause ist.

SARSTEDT. 

Wenn Werner Vahlbruch, Jahrgang 1950, die 25 Jahre als Heimatpfleger Revue passieren lässt, dann ist er recht zufrieden mit dem, was geleistet und erreicht worden ist - von einer Ausnahme abgesehen. Die Ausnahme? "Der katastrophale räumliche Zustand des Sarstedter Stadtarchivs", kommt schnell die Antwort. Diesbezüglich müsse einiges passieren, und dabei sei die Politik der Stadt gefragt und gefordert. Von diesem Standpunkt wird der Mann, der so beinahe alles in und aus Sarstedt kennt, nicht abrücken, es ist ihm eine Herzensangelegenheit. "Da platzt derzeit alles aus den Nähten. Für die Geschichtsforschung ist dieses Archiv immerhin  die Grundlage."

 

Die Entwicklung seiner Heimatstadt zu beobachten und zu beschreiben sowie davon in Vorträgen zu berichten, gehört zu den Aufgaben des Stadtheimatpflegers. 1995 übernimmt Werner Vahlbruch dieses Ehrenamt, er beschäftigt sich mit der Erforschung der Stadtgeschichte - von der Stadtbildung im 13./14. Jahrhundert bis zum heutigen modernen Sarstedt. Als Heimatpfleger bietet Werner Vahlbruch Stadt- und Kirchenführungen an, bei denen er gerne in der Geschichte die Verbindung zur Gegenwart und zur Zukunft sucht und auch das Sarstedt von heute mit seinen Neubauten oder den Abriss eines alten Hauses zeigt. Und nebenbei schreibt er noch an Büchern über die Stadt Sarstedt mit. Veröffentlichungen in Zeitungen und Heimatzeitschriften gibt es von dem ehemaligen hauptberuflichen Standesbeamten im Sarstedter Rathaus aber schon vor seiner Tätigkeit als Heimatpfleger, zum Beispiel über die Mühlenstraße als selbstständige Gemeinde mit der Mühle Malzfeldt.

 

Seit seinem 18. Lebensjahr beschäftigt sich Werner Vahlbruch mit der Geschichte seiner Stadt - und zwar zu jenem Zeitpunkt, als er er den Schießsport im ältesten Verein Sarstedts, der Alten Schützengilde von 1813, entdeckt. Er entwickelt Interesse für die Geschichte des Schützenwesens in Sarstedt und fängt so an, sich mit der Historie der Stadt auseinanderzusetzen. Dabei kann er auch Familienforschung betreiben, immerhin lebt seine Familie schon in der vierten Generation in Sarstedt. "Aber ich habe immer Leute um mich herum gehabt, die mich unterstützen", sagt er frank und frei. Das habe ihm vieles schon beträchtig erleichtert. So seine Mitstreiter aus dem 2002 gegründeten Sarstedter Geschichtskreis. Selbstredend gehört Werner Vahlbruch zu den Gründern dieser Einrichtung. Und seit geraumer Zeit bildet er in Volkshochschulkursen Stadtführer aus. "Nicht alle bleiben dabei, aber einige doch hängen", kann er berichten. Es sei immer wichtig, die gute Lage der Stadt zwischen Hannover und Hildesheim den Menschen näher zu bringen.

 

Dass sich Werner Vahlbruch auch als kritischer Zeitgenosse versteht, dass betont er mit Nachdruck. Er kann auch schon dann und wann den Finger in die Wunde legen und Tacheles reden, wenn es ihm als notwendig und angemessen erscheint. "Manche Dinge müssen doch auch kritisch betrachtet und beim Namen genannt werden", sagt er. Keine Frage: Sarstedts Stadtheimatpfleger kann auch anecken.

 

Wie viel Zeit Werner Vahlbruch in sein Hobby investiert, das kann er nicht beziffern, wenn es sein muss mal rund um die Uhr, dann wieder mit zeitlichen Lücken. "Wie es so anfällt", sagt er. "Ich bin da so reingewachsen, und die Zeit spielt keine Rolle."

 

Wie Werner Vahlbruch als Heimatpfleger selbst Heimat definiert? "Heimat ist für mich dort, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." Und: Immer wenn er von außerhalb nach Sarstedt zurückkomme und den Kirchturm sehe, dann wisse er: Ich bin wieder zu Hause - in meiner Heimat.

 

Der Kreis hat sich für Werner Vahlbruch längst geschlossen, auch wenn es noch einiges abzuarbeiten gibt. Nur gut, das im Leben eines Menschen aufgeschoben nicht immer aufgehoben ist - das Stadtarchiv lässt schön grüßen.

 

 

 

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