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Sarstedt
Donnerstag, 13.05.21 - 12:25 Uhr

Pyrolyse oder Monoverbrennung? Welcher Weg ist der richtige für Sarstedt?

Podiumsdiskussion am 20. Mai im Stadt-Saal

SARSTEDT. 

Die Stadtverwaltung Sarstedt lädt Donnerstag, 20. Mai, von 18:30 Uhr an zur Informationsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion in den Stadt-Saal im Wellweg 41 ein. Diskutiert wird die Klärschlammentsorgung durch Pyrolyse respektive durch Monoverbrennung. Auf Kläranlagen wird das Abwasser in verschiedenen Behandlungsstufen gereinigt. Übrig bleibt unter anderem der sogenannte Klärschlamm. Dieser enthält sowohl Abfallstoffe wie Schwermetalle, Arzneimittelrückstände und Kunststoffreste als auch wertvolle Pflanzennährstoffe, wie Phosphor. Die Entsorgung des Klärschlamms findet bisher entweder über die Landwirtschaft als bodenbezogene Verwertung oder durch die thermische Behandlung in Verbrennungsanlagen oder als Zuschlagsstoff in der Zementindustrie statt. Aufgrund höherer Anforderungen in der Novellierung der Düngemittelverordnung von 2017 ist eine bodenbezogene Verwertung zunehmend schwieriger geworden. Zudem ist die Klärschlammverordnung in 2017 ebenfalls novelliert. Elementarer Kernpunkt der novellierten Klärschlammverordnung von 2017 ist die künftige Rückgewinnungspflicht von Phosphor aus Klärschlamm. Nach Ablauf einer Übergangsphase, die sich an der Ausbaugröße der Kläranlage orientiert, dürfen größere Kläranlagen ihren Klärschlamm nicht mehr bodenbezogen verwerten. Unabhängig von der Ausbaustufe muss Phosphor aus allen Klärschlämmen zurückgewonnen werden, die einen Phosphor-Gehalt von 20 Gramm pro Kilogramm Trockenmasse oder mehr aufweisen. Letzteres trifft auf die Kläranlage Sarstedt zu. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Entsorgung über die Landwirtschaft nicht mehr zu 100 Prozent gesichert ist. Zum einen aufgrund der höheren Anforderungen an die Qualität der Düngemittel, zum anderen an die gestiegenen Anforderungen der Abnehmer der landwirtschaftlichen Produkte. So nehmen beispielsweise viele Getreidemühlen nur noch Getreide an, dass ausdrücklich nicht mit Klärschlamm gedüngt wurde. Dies führt zum einen zu höheren Kosten für die Entsorgung, zum anderen zur Unsicherheit im Hinblick auf die zukünftig notwendige nachgewiesene Verwertung des Sarstedter Klärschlamms. Eine Alternative zur landwirtschaftlichen Entsorgung bietet die thermische Verwertung. Diese ist entweder als Pyrolyse oder als Entsorgung in einer Monoverbrennung möglich. Beide technischen Möglichkeiten wollen den Anforderungen der Klärschlammverordnung entsprechen. Das Verfahren der Pyrolyse befindet sich noch in der Erprobung. Monoverbrennungsanlagen sind zwar schon bekannt, allein das Herauslösen des Phosphors ist dagegen in der Entwicklung.

 

Die Stadt Sarstedt ist gemäß Ratsbeschluss vom 1. Oktober 2019 der Kommunalen Nährstoffgewinnung Niedersachsen GmbH (KNRN GmbH) zum Bau der Monoverbrennungsanlage beigetreten. Mit dem Beitritt soll ein langfristiger, kostensicherer und umweltschonender Weg zur Klärschlammentsorgung und zur Wiederverwendung des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors unter kommunaler Führung sichergestellt werden. Ob die Pyrolyse oder die Monoverbrennung der richtige Weg für Sarstedt ist, wird weiterhin kontrovers diskutiert.

 

Während der Veranstaltung stellen Experten die unterschiedlichen Varianten vor und diskutieren diese in einer anschließenden Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung ist öffentlich. Eingeladen sind Bürgerinnen und Bürger sowie der Rat und die Verwaltung der Stadt Sarstedt. Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung ist die Teilnehmerzahl im Stadtsaal begrenzt. Die Stadtverwaltung Sarstedt weist darauf hin, dass eine Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung per E-Mail unter anmeldung(at)sarstedt.de möglich ist.

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