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Laatzen
Sonnabend, 05.06.21 - 08:00 Uhr

Fritz Willig: "Die Bevormundung des Vereins ist falsch"

Ex-Präsident von Hannover 96 bezieht Stellung um Profi-Chef Martin Kind

Fritz Willig kritisiert das Verhalten des Vorstandes von Hannover 96: "Vorher mit Robert Schäfer sprechen und dann entscheiden."

Der Laatzener Fritz Willig, ehemaliger Präsident vom Fußball-Zweitligisten Hannover 96, bezieht auf Nachfrage vom LeineBlitz Stellung zum aktuellen Geschehen um Martin Kind, Chef der Profi-Abteilung von Hannover 96.

LAATZEN. 

Robert Schäfer ist Montag als Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Hannover 96 vorgestellt worden. Er übernehme ab 1. Juli die Verantwortung für die Gesellschaften Sales & Service GmbH & Co. KG sowie Arena GmbH & Co. KG und werde verantwortlich die Weiterentwicklung von Hannover 96 in der Zukunft gestalten und entscheiden. Martin Kind sieht in Schäfer den Mann der Zukunft und seinen designierten Nachfolger - auch in der für den Profifußballbereich zuständigen KGaA. Tags darauf meldet sich der Hauptverein Hannover 96 und lehnt das so ab. Auf Anfrage vom LeineBlitz äußerte sich jetzt der Laatzener Rechtsanwalt Fritz Willig, ehemaliger Vereinspräsident der 96er, zu diesem Thema.

 

"Dass der Verein Robert Schäfer ablehnt ist für mich nur schwer nachvollziehbar", sagt Fritz Willig. Bei Hannover 96 habe sportlich zuletzt die Konstanz gefehlt, Schäfer sei für ihn, Willig, der richtige Mann gewesen, das zu ändern. Es sei erst einmal wichtig gewesen, dass Martin Kind sich ernsthaft um seine Nachfolge bemüht habe. "Robert Schäfer hat die Fähigkeiten in der Wirtschaft sowie im Fußball bereits unter Beweis gestellt." Martin Kind habe ausnahmslos im Sinne von Hannover 96 und dem Erhalt des Profi-Fußballs in Hannover gehandelt habe. "Ich hatte gehofft, dass es Schäfer gelingen würde, weitere Sponsoren zu finden, damit der Schuldenberg aus der vergangenen Spielzeit nach und nach abgebaut werden könnte. Das hätte ich mir von Herzen gewünscht. Insbesondere in diesen Corona-Zeiten."

 

Doch nun alles anders gekommen: In scharfer Form erteilte der Hannover 96 e.V. Mittwochvormittag Martin Kind Weisungen, welche die Tätigkeiten des neuen Geschäftsführers Robert Schäfer betreffen. Er dürfe keine Tätigkeiten für das Profiunternehmen ausüben. Es folgten Vorgaben, wie und was der neue Ge­schäfts­füh­rer zu tun und zu lassen habe. "Diese Bevormundung des Vereins ist falsch", meint Fritz Willig. "Beide Seiten müssen gemeinsam die Angelegenheit angehen, nur so würde Hannover 96 Erfolg haben." Willig zeigt wenig Verständnis dafür, dass die Vertreter des Vereins nicht zunächst mit Robert Schäfer das Gespräch gesucht haben, um danach zu einer Beurteilung zu kommen.

 

"Ich wünsche mir, dass ein menschliches Miteinander unter dem Verein und den Profis besteht, damit das Licht in unserem Profi-Fußball nicht ausgeht." Für Fritz Willig ist eines klar: "Wenn die Kapitalgeber entscheiden, ist das zum Wohle des Vereins und damit ein wichtiges Standbein und zudem die einzige Möglichkeit, neue Investoren zu fínden, und die sind für den Verein lebenswichtig."

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