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Laatzen
Donnerstag, 14.07.22 - 08:01 Uhr

Kirchenkreissynode Laatzen-Springe erlebt Vielfalt der Diakonie

Kristin Surendorff-Belder (links) stellt die Arbeit des ambulante Hospizdienstes Laatzen-Pattensen-Hemmingen vor

LAATZEN. 

Hospizdienst, Schuldnerberatung, Familien-, Paar- und Lebensberatung, Umsonstladen, Jugendmigrationsdienst und Integrationsberatung, Kurenvermittlung, Projekt Lernen-Integration-Arbeit (LIA), Kirchenkreissozialarbeit und die sozialpsychiatrische Kontaktstelle 'treffpunkt' - das sind alles diakonische Angebote im Kirchenkreis Laatzen-Springe.

 

Die Delegierten der Kirchenkreissynode waren bei ihrer Tagung in Laatzen am 5. Juli von dieser Vielfalt beeindruckt. In der Arche der Thomaskirchengemeinde hatten Mitarbeiter*innen der Diakonie ihre speziellen Angebote der Synode vorgestellt. In kleinen Gruppen konnten die Synodalen dann mit den Fachleuten ins Gespräch kommen. Es waren spannende Gespräche, in denen deutlich wurde, mit welch großer Fachkompetenz und Engagement die Diakonie im Kirchenkreis ihren Dienst für die Menschen in den Kommunen leistet.

 

Kirchenkreis-Diakoniepastor Peter Beyger und Jörg Engmann als Geschäftsführer des Diakonieverbands Hannover-Land (DV-HL) hatten zunächst die derzeitige Lage, sowie die Herausforderungen und Perspektiven dargestellt. Sie gaben zugleich einen Überblick über die verschiedenen Ebenen und Träger für diakonische Angebote. Kirchengemeinden, der Kirchenkreis, der Diakonieverband Hannover-Land, das Diakonische Werk in Niedersachen (DWiN) - alle sind vertreten zwischen Deister und Leine. Oft sind dabei mehrere Träger an einem Projekt beteiligt. Die "Marke Diakonie" ist breit aufgestellt. In den Voten aus der Synode wurde deutlich: Kirche kann nicht ohne Diakonie gedacht werden und Diakonie nicht ohne Kirche.

 

"Die vielfältigen gesellschaftlichen Anforderungen zeigen, wie wichtig es für uns in der Kirche ist, die diakonische Arbeit nachhaltig zu unterstützen", sagte Roger Cericius als Vertreter der Landessynode. Darum müsse es künftig enge Vernetzungen zwischen den Kirchengemeinden, den Kirchenkreisen und den diakonischen Einrichtungen geben. Eine Problemanzeige ist: Nötige Angebote können trotz großem Bedarf mitunter nur als zeitlich begrenzte Projekte finanziert werden - oft mit persönlichen Unsicherheiten für Mitarbeiter*innen, die nur befristete Verträge haben.

 

"Wir haben derzeit eine recht gute Ausgangsposition", sagte Jörg Engmann für den Diakonieverband. Man könne stabil arbeiten. Dafür sei er sehr dankbar. Trotz der Pandemie musste keine Beratung ausfallen. Trotzdem sei die neu hinzugekommene Arbeit für und mit Geflüchteten aus der Ukraine ein Kraftakt. Man müsse gut aufpassen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht überfordert werden. "Die Ressourcen reichen nur knapp," so Engmann. Für ihn ist das Hauptproblem der Fachkräftemangel. "Wir könnten sofort Sozialpädagogen einstellen." Es gebe aber zu wenig Bewerber.

 

Für Kirchenkreis-Diakoniepastor Peter Beyger sind Armut, Migration und die älter werdende Gesellschaft die größten Herausforderungen. "Die Schuldnerberatung kann ziemlich genau prognostizieren, was passiert", sagte Beyger im Hinblick auf die derzeitig hohe Inflationsrate, rasant steigende Energiekosten und die wachsende Armut mancher Familien.

 

Sowohl Beyger als auch Engmann hoben das große Engagement von Ehrenamtlichen in diakonischen Projekten hervor. "Ohne Ehrenamtliche geht oft gar nichts", sagte Engmann. Das sei zum Beispiel wichtig im Hospizdienst. Es gebe jedoch auch Arbeitsfelder, da sei Hauptamtlichkeit unverzichtbar, insbesondere bei speziellen Beratungen, die ein hohes und differenziertes Fachwissen erfordern.

 

"Diakonie ist bei uns im Kirchenkreis wichtig und unverzichtbar für unser Profil," fasste Wolf Dietmar Kohlstedt, Vorsitzender der Kirchenkreissynode, die Tagungsvoten zusammen. Diakonie wirke mitten in der Gesellschaft und sei zugleich Teil von Kirche.

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