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Donnerstag, 21.07.22 - 16:46 Uhr

Frauen-EM: Holen unsere Fußballerinnen wieder den Titel?

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REGION. 

Fast vier Wochen spielen im Gastgeberland England die besten Fußballerinnen Europas gegeneinander. Insgesamt 16 Teams versuchen den Niederländerinnen die EM-Krone zu entreißen, um sich am Ende als beste europäische Mannschaft küren zu lassen. Eine Reihe von Nationen rechnen sich Titelchancen aus, was sowohl die Europameisterschaft als auch Sportwetten auf EM-Spiele so spannend machen, wie selten zuvor.

 

Nach einer eindrucksvollen Vorrunde ohne Punktverlust gilt die deutsche Mannschaft von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg mal wieder als eine der Favoriten. Das ist durchaus verwunderlich: Nach dem Verpassen der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio und dem Ausscheiden im Viertelfinale in der letzten Europa- wie Weltmeisterschaft schien das deutsche Team seine Vormachtstellung im Frauenfußball verloren zu haben.

 

Doch durch die bisherige Turnierleistung hat die DFB-Auswahl sich selbst, die Konkurrenten als auch die Öffentlichkeit mal wieder eines Besseren belehrt.

 

Frauenfußball-EM in England – ein Event der Superlative

Die „UEFA Women's EURO 2021“ wurde aufgrund der Pandemie ins Jahr 2022 verlegt. So mussten die Frauen, wie auch die Männer im Jahr 2020, ein Jahr länger als geplant auf das Turnier der besten europäischen Frauenfußballnationen warten. Nun nimmt, auch dank der Fußballweltmeisterschaft der Männer, welche erst im Herbst und Winter dieses Jahres in Katar stattfindet, die Europameisterschaft der Frauen die Rolle als populärstes Fußballturnier dieses Sommers ein. 

 

Im fußballverrückten England findet so, zumindest im Hinblick auf die Zuschauerzahlen, vermutlich die größte Frauen-EM aller Zeiten statt. Vom 6. bis zum 31. Juli werden in vielen der größten Stadien Englands die Spiele der Europameisterschaft ausgetragen. Die 13. Austragung des europäischen Kontinentalwettbewerbs wird also ein SportEvent der Massen, wie es der international aufstrebende Frauenfußball nie zuvor gesehen hat.

 

Trotz des Fehlens der Nationalmannschaften der Vereinigten Staaten sowie Kanadas und damit der des Weltranglistenersten und der Siegermannschaft der Olympischen Spiele in Tokio, ist das Turnier äußerst hochkarätig besetzt. Noch nie zuvor machten sich so viele Ländervertretungen ernsthafte Hoffnungen auf den voraussichtlich viel umkämpften Titel.

 

DFB-Auswahl: mit Teamgeist und der richtigen Mischung zum Titel

Das deutsche Team vertraut auf das Erfolgsrezept eines gelungenen Mix aus Erfahrung und jugendlicher Frische. Neben altbekannten Routiniers wie der Torjägerin Alexandra Popp oder Svenja Huth als Führungsspielerinnen, sollen Youngsters wie Klara Bühl oder auch Lena Oberdorf mit ihrer Leichtigkeit für Akzente sorgen. Ein insgesamt überaus ausgeglichener Kader, der in Deutschland viele zum Träumen anregt.  

 

Der besondere Teamgeist der deutschen Damen kann im Hinblick auf das Abschneiden im Turnier als großes Pfand gewertet werden. Selbst an freien Tagen verbringen die Spielerinnen gerne Zeit miteinander: So wurden gemeinsame Fahrradtouren durch das sommerliche London veranstaltet, als Team durch die britische Metropole flaniert oder sich in kleineren Grüppchen in ein gemütliches Café gesetzt.

 

Das insgesamt niedrige Durchschnittsalter der DFB-Mannschaft gilt als Versprechen der Zukunft und soll in dieser Konstellation auch langfristig um große Titel spielen.

 

Mitfavoriten auf den EM-Titel – ein Turnier auf höchstem Niveau

Dass dies ein äußerst schwieriges Unterfangen darstellen wird, zeigen die letzten großen Turniere. Das Niveau des Frauenfußballs ist in den vergangenen Jahren sowohl auf Nationalmannschafts- als auch auf Klubebene enorm gestiegen. So gelten vor dem Turnier gleich eine Reihe von Mannschaften als Favoritinnen auf den heißbegehrten EM-Titel:

 

Als Top-Favorit vor dem Turnier galt wohl Spanien. Trotz des Ausfalls von Superstar Alexia Putellas kann die spanische Auswahl mit zahlreichen weiteren Spielerinnen des FC Barcelona auflaufen. Jene Barça-Femení-Mannschaft, die in letzter Zeit auf Klubebene den Frauenfußball wie keine andere dominierte.

 

Darüber hinaus sind natürlich die Titelverteidigerinnen aus den Niederlanden zu erwähnen. Vor fünf Jahren gewann die „Elftal“ bei ihrer Heim-EM ihren ersten großen Titel. Neben der zuletzt überragenden Form kann auch der zweite Platz bei der Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich eindeutig als Fingerzeig gewertet werden, dass mit den Niederländerinnen in der Weltspitze langfristig zu rechnen ist.

 

Den Heimvorteil wollen sich dieses Jahr die Frauen aus England zu Nutze machen. Die sogenannten „Lionesses“ können auf einen besonders in der Breite starken Kader zurückgreifen. Mit einer hochtalentierten Mannschaft um die Topspielerinnen Jill Scott, Nikita Parris sowie Ellen White wollen es die Engländerinnen der „Elftal“ gleichtun. Vor allem Trainerin Sarina Wiegmann gilt als großes Faustpfand. Sie hat als ehemalige Trainerin der Niederlande Erfahrung darin, den Rückhalt der eigenen Fans bei einem Heimturnier in Leistung umzumünzen, um so den Gastgeber am Ende zum Titel zu führen.

 

Zum Favoritenkreis gehört natürlich auch Frankreich. Hier tummeln sich neben Urgestein und Kapitänin Wendie Renard oder Selma Bacha vom amtierenden Champions League Sieger Olympique Lyon vor allem weitere Top-Spielerinnen von Paris St. Germain wie Kadidiatou Diani oder Marie-Antoinette Katoto.

 

Das Land, welches laut FIFA und der Weltrangliste das stärkste Team Europas stellt, ist Schweden. Dank zuletzt immer wieder starker Turnierleistungen, etwa dem Finaleinzug bei den Olympischen Spielen in Tokio sowie einigen Bundesligaspielerinnen um Rekordspielerin und Kapitänin Caroline Seger, muss natürlich auch bei der Europameisterschaft 2022 mit der schwedischen Auswahl gerechnet werden.

 

Mit dem Selbstbewusstsein vergangener Erfolge zu neuem Ruhm

Trotz dieser hochkarätigen Mitkonkurrenten kann die deutsche Mannschaft auf jeden Fall mit Selbstbewusstsein in das Turnier gehen. Als Rekordeuropameister im Frauenfußball mit acht Titel, wobei bis 2017 sechs in Serie gewonnen wurden, braucht sich die DFB-Auswahl vor keiner anderen europäischen Länderauswahl zu verstecken. 

 

Die Mannschaft um die Topspielerinnen Lena Oberdorf, Sara Däbritz und Kapitänin Alexandra Popp ist nach wie vor äußerst stark besetzt. So war es auch die deutsche Mannschaft, welche sich als Erste das Ticket für die Europameisterschaft in England sportlich erspielte.

 

Und dennoch kann sich das deutsche Team nicht auf der souveränen Qualifikation sowie der beeindruckenden Vorrunde, in der sie unter anderem das mitfavorisierte Spanien mit 2:0 schlug, nicht ausruhen. In der K.o.-Runde starten bekanntlich alle qualifizierten Mannschaften wieder bei null.

 

Ein unkonzentrierter Auftritt oder ein kleiner Leistungsabfall kann den Traum des lang ersehnten nächsten EM-Titels nach 2013 zum Platzen bringen.

 

Spannung pur – eine Europameisterschaft in der Heimat des Fußballs

Insgesamt zeigen sich bei der Europameisterschaft in England viele Mannschaften auf ähnlichem Niveau. Dementsprechend wird es in den K.o.-Runden mit hoher Wahrscheinlichkeit viele enge Spiele geben, bei denen am Ende die Tagesform eine entscheidende Rolle einnehmen wird. 

 

Es kann sich also weiterhin auf eine spannende Europameisterschaft in der sogenannten Heimat des Fußballs gefreut werden. Wer am Ende den Pokal in die Höhe strecken darf, entscheidet sich im fulminanten Londoner Wembley-Stadion. Mit einem Fassungsvermögen von rund 90.000 Zuschauern stellt es das größte Fußballstadion im Vereinigten Königreich dar – ein wahrlich adäquater Ort, um diese fantastische Europameisterschaft gebührend abzuschließen.

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