Sport

Fairplay-Gedanken steht im Mittelpunkt

SC Hemmingen-Westerfeld regt beim Niedersächsischen Fußballverband Modifizierung der Spielordnung an

[HEMMINGEN]

Der 1. FC Germania Egestorf/Langreder hat am vergangenen Wochenende wie berichtet im Relegationsspiel zum Auf-/Abstieg (Fußballbezirk Hannover) fast ausnahmslos Jugendspieler (U19) gegen den SC Hemmingen-Westerfeld II zum Einsatz gebracht. „Diesen Sachverhalt haben wir zum Anlass genommen, beim NFV (Niedersächsischer Fußballverband) – unter Berücksichtigung des Fairplay-Gedanken- zu beantragen, dass künftig der Einsatz von Jugendspielen im Herrenbereich in seinen Spielordnungen reglementiert werden sollte“ erklärt Gerd Gerlach, der 1. Vorsitzende des SC Hemminghen-Westerfeld. Nachfolgend das Schreiben an den NfV.

Sehr geehrter Herr Schaffert,

Hier für den täglichen Newsletter anmelden

aus aktuellem Anlass bitten wir den Niedersächsischen Fußballverband für die Zukunft um eine Modifizierung der NFV-Spiel- und/oder Jugendordnung in Bezug auf den Einsatz von Jugendspielern*innen in Herren- und oder Frauenmannschaften in End- oder Relegationsspielen. Hintergrund ist, dass der 1. FC Germania Egesdorf/Langreder im Relegationsspiel seiner 2. Herren- Mannschaft im Spiel um den Aufstieg/Abstieg zur Bezirksliga/Kreisliga gegen SC Hemmingen-Westerfeld II am 20.Juni  fast ausnahmslos A-Junioren Spieler des Vereins JFV Calenberger-Land (Jugend-Regionalliga) aufgeboten hat und die Mannschaft auch vermeintlich von Trainer/Betreuern dieses Teams/Vereins betreut wurden. Ein Abgleich der Mannschaftsaufstellung hat ergeben, dass die vom 1. FC Germania Egestorf/Langreder im Relegationsspiel eingesetzten Spieler, bis auf ein/zwei Ausnahmen, nicht in der abgelaufenen Saison für den 1. FC Germania Egestorf/Langreder in der Bezirksliga für die 2. Herrenmannschaft im Einsatz waren. Das gleiche Phänomen war auch im ersten Relegationsspiel gegen den SV Obernkirchen am 16. Juni festzustellen. Bei Sichtung der Eintragungen auf Fußball.de ist ergänzend dazu auffallend gewesen, dass der zunächst eingetragene A-Juniorentrainer Herr Paul-Matthias Nieber im Nachklapp entfernt und durch Herrn Moritz-Boi Brodtmann ersetzt wurde. Dieser Sachverhalt, hat nicht nur beim SC Hemmingen-Westerfeld, sondern wahrnehmbar generell in der Amateurfußball-Community der Region Hannover – mit Blick auf den Fairplay-Gedanken – für Aufsehen gesorgt. Wer das Spiel live vor Ort verfolgen konnte, hat dazu leider erleben müssen, dass die Junioren, die für den 1. FC. Germania Egestorf/Langreder aufgelaufen sind, insbesondere nach Spielende von zahlreichen Zuschauern sehr rüde beschimpft und somit unberechtigterweise für Entscheidungen des Vereins verantwortlich gemacht und kritisiert worden sind. Wir denken, dass im Sinne der Jugendförderung, solche Situationen durch ein Anpassen des Regelwerks vermieden werden könnten. Selbstverständlich sollten A-Junioren-Spieler (U-19) in Herrenteams – auch möglichweise als Verstärkung in End- oder Relegationsspielen- zum Einsatz kommen können. Aber dass eine Herrenmannschaft, die sich durch den Saisonverlauf für Finalspiele um Auf-/Abstieg oder einen Pokalgewinn qualifiziert hat, dann einfach durch eine fast eigenständige U19-Mannschaft, die wie in diesem Fall sogar dem Leistungsfußball zuzuordnen ist, ersetzt wird, sollte für unser Empfinden – nicht nur aus Fairplay-Gedanken den jeweiligen Gegnern gegenüber – sondern auch zum Schutz des Nachwuchses im A-Juniorenalter durch das Modifizieren der Regularien des zuständigen Fußballverbandes perspektivisch unterbunden werden. Unser Vorschlag ist, den Einsatz von Jugendspielern im Herrenbereich künftig von der Anzahl zu beschränken, damit sichergestellt ist, dass mindestens 60 oder 70 % des Spielerkaders einem Herrenteam zuzuordnen ist. Wir stellen diesen Antrag nicht für den SC Hemmingen-Westerfeld, sondern für ein Mehr an Gerechtigkeit im Amateurfußball und für einen besseren und verantwortungsvolleren Umgang mit dem den Vereinen anvertrauten Fußballnachwuchs, damit dieser auch dem Fußball im Erwachsenenalter erhalten bleibt und solche negativen Erlebnisse, wie am Wochenende in Hemmingen, zumindest eingedämmt werden können. Ergänzend dazu möchten wir bei dieser Gelegenheit auch das Thema Trikotauswahl ansprechen. Im benannten Relegationsspiel in Hemmingen war festzustellen, dass aufgrund der Tatsache, dass der eigentliche Gegner wohl die U 19 des JFV Calenberger-Land war, diese aber Trikots der 1. Herren aus der Oberliga des 1.FC Germania Egestorf/Langreder trugen, die mit den Namen der Oberligaspieler und dem Werbeschriftzug Mercedes Halm, der eigentlich nur vom Oberliga-Team bekannt ist, versehen waren. Dieser Fakt sorgte zumindest bei den Zuschauern, aber auch bei Scouts für Irritationen, da die Namen der herausgegebenen Aufstellung nicht mit den Namen auf den Trikots übereinstimmten. Deshalb möchten wir anregen, dass in solchen Situationen vom Verband künftig unmissverständlich vorgegeben wird, dass Spielernamen zumindest abzukleben sind oder künftig grundsätzlich geregelt ist, dass Mannschaften – zumindest in Entscheidungs- oder Finalspielen eigene Trikots zu tragen haben.

Anmerkung der Redaktion: Der SC Hemmingen.-Westerfeld II hat dieses Relegationsspiel 4:3 gewonnen, ihm ist kein Schaden durch das Verhalten des Gegners entstanden, und damit könnten  die SCer auch nicht als schlechter Verlierer hingestellt werden.

Download als PDF

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"