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Hemmingen
Mittwoch, 05.07.17 - 16:29 Uhr

Arbeitsgemeinschaft setzt sich für Erhalt des Römerlagers in Wilkenburg ein

WILKENBURG. 

Vor etwa 2000 Jahren lagerten die Römer vor Hannover. Sie hatten begonnen, unser Gebiet zu einer römischen Provinz auszubauen, wie sie es schon am Rhein getan hatten. Das Römerlager in Wilkenburg, Stadt Hemmingen, ein Bodendenkmal von landesgeschichtlicher Bedeutung, zeugt davon. Vieles deutet darauf hin, dass Tiberius, Adoptivsohn des Kaisers Augustus und späterer Kaiser, Kosmopolit und hervorragender Diplomat, selbst vor Ort war. Tiberius, wie die anderen römischen Würdenträger, war auch in anderen Provinzen unterwegs, zum Beispiel in Syrien, wozu auch Judaea gehörte, und in Asia Minor, der heutigen Türkei. Das gesamte Mittelmeergebiet und viele Bereiche Europas gehörten zum römischen Einflussgebiet, wir alle haben gemeinsame römische Wurzeln.

 

Die Römer AG Leine (RAGL), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit das vom Kiesabbau bedrohte Römerlager Wilkenburg für Forschung und Nachwelt zu erhalten, hat ein Projekt ins Leben gerufen, das die gemeinsamen Wurzeln betont: "Hannover, Aleppo, Rom - verbunden durch die Römer". Der RAGL ist dafür prädestiniert, denn neben einheimischen Archäologen und archäologisch Interessierten, Naturwissenschaftlern, Historikern und Numismatikern gehören auch ein aus den syrischen Kriegsgebieten geflüchteter Archäologe, ein türkischstämmiger Pädagoge sowie eine englische Historikerin zu den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft - sie alle stammen aus Ländern, die einst römische Provinzen waren.

 

Die kulturelle Vielfalt belebt das gemeinsame Engagement, transnational und überkonfessionell geeint durch humanistische Werte, die ihre Wurzeln in der römischen Kultur haben. Alle setzen sich für das gemeinsame Ziel ein: den Erhalt dieses einzigartigen, vom Kiesabbau bedrohten Römerlagers in der (neuen) Heimat. Im Zuge des Projektes sollen weitere integrative Aktivitäten verwirklicht werden: Führungen für Menschen, die flüchten mussten, deren Einbindung in das geplante Informationszentrum und zahlreiche, auch pädagogische Aktivitäten rund um das Römerlager und die Römer, deren Kultur uns eint.

 

Als Schirmherrn für dieses Projekt konnte der RAGL Michael Fürst gewinnen, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen sowie der Jüdischen Gemeinde zu Hannover - ein Zeichen für transkonfessionelle Zusammenarbeit zur Erreichung eines gemeinsames Zieles: dem Erhalt eines identitätsstiftenden Bodendenkmals für die Alt- und Neubürger, das gleichzeitig Vielfalt und Gemeinsamkeit symbolisiert, dem Römerlager Wilkenburg.

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