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Freitag, 01.10.21 - 16:07 Uhr

Wie hat die neue iGaming-Gesetzgebung Laatzen verändert?

REGION. 

Das Inkrafttreten des Opens external link in new windowGlücksspielstaatsvertrags hat im Jahr 2021 einiges in Deutschland verändert. Die größte Neuerung ist definitiv die Legalisierung von Spielautomaten im Online-Casino. Auch wenn es schwer zu glauben ist, war das Online-Casino bis zum Inkrafttreten des Vertrags für alle in Deutschland wohnenden Spieler außerhalb von Schleswig-Holstein nicht legal. Auch wenn der Staat den Spieler hier eine Grauzone bot, ist es doch viel besser, dass das Online-Glücksspiel nun in ganz Deutschland offiziell legalisiert wurde.

 

Aber so positiv dieses Gesetz auf den ersten Blick auch zu scheinen mag, sieht die Realität anders aus. Die neuen deutschen Online-Casino-Lizenzen sind extrem restriktiv und ruinieren nach Angaben vieler Glücksspiel-Fans das Spielerlebnis. Etwa sind Vorgaben wie ein maximaler Einzahlbetrag von 1.000€ im Gesetz vorgesehen sowie Zwangspausen von fünf Sekunden nach jedem Spin am Spielautomaten. In der Realität nutzen also auch heute noch wenige Casinos überhaupt die deutschen Glücksspiellizenzen.

 

Welchen Einfluss hat das neue Gesetz aber auf Laatzen?

Das neue iGaming-Gesetz hat nicht nur Auswirkungen auf das Glücksspiel im Internet, sondern bringt auch für lokale Betreiber einige Änderungen mit sich. So müssen zum Beispiel in Laatzen bald mehr als 500 Meter Abstand zwischen den Spielhallen bestehen. Zuvor waren es nur 100 Meter. Aus einer Beschlussvorlage aus dem Jahr 2018 geht hervor, dass diese Regelung insgesamt neun Spielhallen in der Stadt betreffen würde. Auch die Anforderungen an Betreiber werden in Laatzen, genau wie in anderen Teilen des Landes, immer restriktiver.

 

Insbesondere die Richtlinien zur Suchtprävention sind dabei streng. Es ist folglich damit zu rechnen, dass in nächster Zeit einige Spielhallen geschlossen werden müssen und das Glücksspiel der Laatzener weiter in das Internet verlagert wird.

 

Deutschlands neue iGaming Gesetzgebung - Welche Neuerungen gibt es für das Online-Casino?

Wir haben uns den neuen Glücksspielvertrag einmal genauer angesehen und alle wichtigen Punkte zusammengefasst. Die folgende Liste bietet Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Informationen:

  • Ab wann: Der Glücksspielstaatsvertrag ist am 1. Juli 2021 offiziell in Kraft getreten. Er wurde zwischen dem Bund und den 16 Bundesländern geschlossen. Auf den Gesetzestext wurde einigte man sich bereits im Jahr 2020. Seitdem galt eine Übergangsphase.
  • Größte Änderung: Das Online-Casino wird aus der Illegalität geholt. Deutsche Online Casinos können ab jetzt in jedem Bundesland eine Lizenz beantragen.
  • Hauptaugenmerk liegt auf der Bekämpfung von Abhängigkeit: Der neue Vertrag schreibt umfangreiche Maßnahmen vor, welche die Betreiber zur Opens external link in new windowSuchtprävention umsetzen müssen.

 

Ist der Glücksspielstaatsvertrag ein weiteres Beispiel für gescheiterte Bemühungen der Politik?

Ja, zu diesem Urteil kommen viele Menschen heute. Schließlich sind die vielen Restriktionen, welche das neue Gesetz den Spielern und Betreibern aufzwingt, fragwürdig und im Vergleich zur EU-Konkurrenz schwer nachzuvollziehen.

 

Zu den Restriktionen gehören unter anderem:

  • Verbot von Tischspielen wie Blackjack, Poker, Roulette
  • Verbot von Live-Spielen
  • Eine bundesweite Sperrliste, die Spieler daran hindert, sich bei anderen Anbietern zu registrieren und die alle Spielerdaten aufzeichnet – etwa die Höhe der Einzahlungen
  • Fünf Sekunden Wartezeit zwischen Spins am Spielautomaten
  • Spins mit maximal 2 Euro Einsatz

 

In der Realität haben all diese strengen Restriktionen vor allem eins zu Folge: Die Spieler registrieren sich in Online Casinos, welche die EU-Lizenz verwenden und nicht die Deutsche. Dadurch genießen sie immer Sicherheit und Transparenz, ohne sich aber den Spielspaß verderben lassen zu müssen. Außerdem haben die EU-Lizenzen (zum Beispiel aus Malta, Gibraltar oder England) den Vorteil, deutlich weniger in die Privatsphäre der Nutzer einzugreifen, da weniger Daten erhoben werden.

 

Welche Verbesserungen bringt das Ganze also?

Herzlich wenig. Die meisten Zocker in Deutschland werden von den Änderungen wenig beeinflusst werden und stattdessen wie gewohnt bei der europäischen Konkurrenz ihre Casino Freispiele spielen. Besser wäre es für Deutschland gewesen, wenn die Regierung einen Glücksspielstaatsvertrag ins Leben gerufen hätte, der eine bessere Balance aus Kontrolle, Spielvergnügen und Restriktionen findet. Durch die Restriktionen verfehlt man am Ende das Ziel, den Markt besser zu regulieren. Stattdessen treibt man die Kunden weiter in die ausländischen Casinos, die unter anderem auf Opens external link in new windowCasinosSchweizOnline.com getestet werden. Natürlich gehen durch dieses Problem viele Millionen Euro Steuern verloren und das Ziel der Suchtprävention kann nur unzureichend verfolgt werden.

 

"Vieles erinnert am Glücksspielstaatsvertrag an große andere Projekte, welche die Politik in den letzten Jahren kläglich in den Sand gesetzt hat. Regulierungswahn, immer mehr Sicherheit, gepaart mit einer weltfremden Sicht, die an der nationalen Grenze aufhört und völlig ignoriert, wie andere Staaten mit diesem Wirtschaftszweig umgehen", wird geurteilt.

 

"Als Bürger dieses Landes kann man nur hoffen, dass in den nächsten Jahrzehnten ein Wandel stattfindet und die Politik Entscheidungen endlich rational und mit Weitblick trifft", so die Meinung vieler.

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